Porno-Regisseur: „Schlechte Stimmung am Set ist der Tod einer jeden Produktion“
Nov 9th, 2009 | Von admin | Kategorie: The News
Seit nunmehr zehn Jahren gibt es sie nun schon, die INO GmbH – und genauso lange ist Regisseur Karl Berg dabei. Pornaward.de sprach mit Porno-Regisseur Karl Berg über seine Erfahrungen an den verschiedenen Sets und lässt zehn Jahre Muschi Movie Revue passieren
Herr Berg, Sie drehen seit 10 Jahren HC-Filme für ihr eigenes Label Muschi Movie. Wie hat eigentlich ihre Karriere als Regisseur begonnen?

Karl Berg: Begonnen hat alles mit der Gründung des Labels Muschi Movie. Zum Start kauften wir zunächst fertige Lizenzen und vermarkteten diese. Allerdings merkten wird dann sehr schnell, dass dies nicht ausreicht und überlegten uns, doch selber zu produzieren. Es entstand die Idee zu der Serie „Wünsch Dir Was“, deren erster Teil dann auch schon bald im Berliner Umland gedreht wurde. Anfangs waren wir schon skeptisch, ob sich ein derartiges Format mit extremer Überlänge durchsetzen könnte, aber der Erfolg gab der Idee recht.
Hatten Sie keine Hemmungen, gerade im HC-Sektor Ihr Glück zu suchen? Immerhin ist die Lobby der HC-Erotikbranche, gelinde gesagt, nicht wirklich sehr groß.
Berg: Hätten wir Hemmungen oder Berührungsängste gehabt, dann wären wir nicht diesen Weg gegangen. Es herrschte von Anfang an die Überzeugung bei uns, dass es auch zu dieser Zeit noch möglich ist, im Erotikbereich Fuß zu fassen und Erfolg haben zu können. Da die Pornobranche sich kaufmännisch gesehen nicht von anderen unterscheidet, war uns eine vorhandene oder eben nicht vorhandene Lobby egal.
Im großen und ganzen ganzen gab es im Familien- und Bekanntenkreis keinerlei Probleme. Natürlich wäre gerade bei den Älteren eine andere Laufbahn besser angesehen gewesen, aber es wurde akzeptiert und ich wurde unterstützt. Selbstverständlich hat man immer mit Vorurteilen zu kämpfen, aber daran gewöhnt man sich mit der Zeit und misst dem keine allzu große Bedeutung mehr zu.
Kommen wir zu Ihrer Arbeit als Regisseur: nach so vielen Jahren scheinen Sie immer noch nicht müde zu sein und die Ideen für neue Formate sprudeln nur so aus Ihnen heraus. Woher nehmen Sie die Motivation und Ihre Kreativität?
Berg: Wäre keine Motivation mehr vorhanden, sollte man auch die jeweilige Arbeit nicht mehr machen. Das gilt nicht nur in unserem Bereich, sondern ist auf jeden anderen Beruf übertragbar. Ohne positives Denken und Spaß an dem, was man macht, lässt sich auch kein gutes Ergebnis erzielen. Gerade in meiner Tätigkeit ist es unerlässlich positiv zu denken und diese Einstellung auch zu verbreiten. Es muss auf die Darstellerinnen und Darsteller übergreifen, sonst erzielen sie niemals einen guten Film. Schlechte Stimmung am Set ist der Tod einer jeden Produktion. Ich denke im übrigen nicht, dass ich besonders kreativ bin, aber ich gehe mit offenen Augen durch das Leben und bin ein Mensch, der sehr genau beobachtet. Allein daraus ergibt sich dann schon mal die eine oder andere Idee, die es dann umzusetzen gilt.
Gab es schonmal einen Zeitpunkt, an dem Sie ans Aufhören gedacht haben?
Berg: Einen schlechten Tag oder eine schlechte Phase hat natürlich jeder von uns einmal. Das ist nur allzu menschlich und sicherlich normal – das gehört zum Leben dazu. Allerdings war es bei mir bis jetzt nie so, dass ich auch nur im Entferntesten an das Aufhören gedacht hätte. Warum auch? Solange wir es noch schaffen, Filme zu produzieren, die beim Publikum ankommen, gibt es doch keinen Grund dazu. Und wer möchte schon den ganzen Tag nur auf dem Sofa sitzen und aus dem Fenster gucken? Ich jedenfalls sicher nicht. Die Arbeit tut mir gut und hält mich - trotz meines inzwischen gehobenen Alters – jung. Gibt es da etwa Einwände?
In zehn Jahren sind sicherlich viele kuriose Dinge passiert. Lassen Sie uns doch mal teilhaben und verraten uns die kuriosesten Begebenheiten Ihrer Regisseuren-Karriere.
Berg: In dieser Zeit ist so viel passiert, dass es hier jeden Rahmen sprengen würde, wenn ich davon erzähle. Bei jeder Produktion geschehen so viele kuriose Dinge, die sich kein Aussenstehender vorzustellen vermag. Das bringt einfach die Arbeit mit Menschen in ihren intimsten Situationen mit sich. Ich denke immer, dass ich in diesem Bereich schon alles erlebt habe, aber nahezu jeder Dreh belehrt mich eines besseren und zeigt mir, dass es immer noch Steigerungen gibt. In zehn Jahren haben wir schon so viel teilweise Unvorstellbares erlebt, dass einen nichts mehr erschüttern kann.
Vielleicht gibt es die witzigsten und unglaublichsten Storys ja einmal als Buch…falls das jemand lesen will.
Und wenn wir schon dabei sind: welche Situationen Ihres Regisseurlebens würden Sie am liebsten aus ihrem Gedächtnis streichen?
Berg: Auf Anhieb fällt mir wirklich keine Situation ein, die ich aus meinem Gedächtnis streichen möchte. Sicherlich gab es Situationen, die schwierig waren oder auch peinlich. Gerade bei unserer Arbeit mit Amateuren und in der Öffentlichkeit geschieht so etwas immer wieder mal. Aber im Nachhinein kann ich heute über alles noch lachen und möchte keinen Tag missen. Jedes Erlebnis macht einen erfahrener und man kann daraus für das nächste Mal lernen.
Sie arbeiten beinahe tagtäglich mit schönen Frauen zusammen. Ein jeder Mann dürfte insgeheim neidisch auf Sie sein. Ist das Leben eines HC-Regisseurs wirklich so beneidenswert oder gibt es auch eine Kehrseite der Medaille?
Berg: Dass eine Frau schön ist, heißt nicht zwangsläufig, dass die Arbeit mit ihr einfach ist. Ich denke, dass es schon eine gehörige Portion Ruhe und vor allem Menschenkenntnis erfordert, diese Arbeit immer gut zu bewältigen. Natürlich kann ich mich in die Denke der Männer gut hineinversetzen, da ich vor meiner Regisseurszeit auch nicht anders war und habe noch an das Paradies geglaubt. Aber mit der Zeit lernst du, dass wirklich nicht alles Gold ist, was glänzt. Trotz allem bin ich froh und dankbar, in diesem Bereich Fuß gefasst zu haben und möchte mit niemand anderem tauschen.
Karl Berg,
vielen Dank für das Interview!
Jetzt ansehen