Zum letzten Mal vor der Kamera - Sunset Thomas
Mär 17th, 2009 | Von admin | Kategorie: FeedsMit 19 Jahren drehte Sunset Thomas im Jahr 1991 ihren ersten Film. Jetzt nach 18 Jahren soll Schluss sein mit ihrer Karriere als Darstellerin. Sie verabschiedet sich von ihren Fans mit ihrem letzten Film, der den Titel „Into the Sunset“ trägt. Die Amerikanerin hat ein bewegtes Leben hinter sich, denn neben ihrem Engagement im Erotikfilm unternahm sie ebenso Ausflüge in die Massenmedien wie auch in die Prostitution.
Geboren ist Sunset Thomas 1972 in Missouri als das jüngste von elf Geschwistern. Nach diversen Umzügen landete sie mit ihrer Familie allerdings in Daytona Beach, Florida, wo sie eine nicht immer problemlose Kindheit und Jugendzeit verbrachte. Die Highschool verließ sie daher auch ohne Abschluss. „Ich habe mir nicht viel aus Schule gemacht. Ich habe es geliebt, auf Partys zu gehen, aber Drogen waren nie meine Sache“, erinnert sie sich zurück. „Ich habe mal Kokain genommen, habe mich auf ein Motorrad gesetzt und einen Unfall gebaut - das war’s dann.“
Sie zog nach Fort Lauderdale, um dort verschiedenen Jobs nachzugehen. Nachdem sie die ersten Erfahrungen als Model sammeln konnte, hatte sie einige kleinere Rollen in B-Filmen, so wie 1992 in „Witchcraft IV“. Während eines Engagement als „Trophy Girl“ auf einer lokalen Rennstrecke trifft sie Zack Thomas, seines Zeichens Porno-Darsteller. Fünf Monate später heiraten beide und ziehen nach Los Angeles um – mit dem Ziel und dem Glauben, als Darstellerpaar berühmt zu werden. Einige Amateurfilme später, entstand auch ihr erster offizieller Film: „Mr. Peeper’s Amateur Videos 25“. „Ja, das war mein ersten Film. Ich sollte eine Masturbationsszene zeigen, aber ich nehme an, dass ich so gut war, dass Regisseur Lance Kincaid vorschlug, ich solle eine boy/girl Szene mit meinem Mann und Manager drehen. Wir haben es gemacht, wir fanden es toll und der Rest ist Geschichte.“ Der Kontakt zur professionellen Pornobranche wurde immer enger und verhalf ihr zu weiteren Engagements. In den 200 Filmen, in denen sie mitgewirkt hat, befinden sich Titel, die heterosexuelle Inhalte haben, genauso wie Lesben-Sex Produktionen. Ihr eigentlicher Durchbruch erfolgte 1994 und 1995, als sie mit Michael Ninn die Filme „Sex“ und „Latex“ drehte.
„Das sind meine beiden Lieblingsfilme, weil sie so wundervoll produziert waren und weil sie so heiß waren und innovativ waren“, sagt sie, „aber auf persönlichem Level ist Sunset’s Gang-Bang mein Favorit, weil ich damit Grenzen überschritten habe. Einerseits habe ich ihn gedreht, als es für ein Cover-Girl nicht als richtig galt, einen Gang-Bang zu drehen und andererseits hatte ich dazu noch Sex mit einem schwarzen Darsteller, was eben auch nicht das richtige für ein blondes blauäugiges Cover-Girl war. Es war ein verdammt schöne Zeit, ihn zu drehen. Ich hatte die größten Schwänze im Business.“
Im Jahr 2001 ließ sie sich von ihrem Mann scheiden, gestaltete mit Talkshow-Moderator Howard Stern einige TV-Shows und sorgte mit einer ganz speziellen Entscheidung für Schlagzeilen: sie zog nach Carson City, Nevada, und arbeitete auf der Moonlite Bunny Ranch. Dahinter verbirgt sich eines der wenigen legalen Bordelle. In Nevada ist nämlich Prostitution erlaubt. Sunset Thomas erfreute sich dort eines regen Besucherandrangs und ihr sollten später die Darstellerkolleginnen Teri Weigel, Nikki Lynn und Rebecca Love folgen. „Die Bunny Ranch war nicht meine erste Wahl. Ich war bei Bordellen, die in der Nähe von Las Vegas waren, aber sie waren mir alle zu restriktiv und offen gesagt waren sie nicht daran interessiert, die Presse im Haus zu haben. Ron Jeremy hat mir die Bunny Ranch vorgeschlagen und ich bin dorthin. Hey, unzählige Darstellerinnen sich prostituiert und ich wollte mich nicht in Schwierigkeiten mit dem Gesetz einlassen. Ich liebe meine Fans, ich liebe Sex und ich hielt es für eine kluge Geschäftsidee. Ich brach die Barriere für Porno-Stars, die in legalen Bordellen arbeiten und daher nennen sie mich die Rosa Parks der legalen Prostitution. Ich fand es okay.“ 2002 und 2005 war das Bordell Gegenstand einer Dokumentation, in der Sunset offen über die Entscheidung, als Prostituierte zu arbeiten, sprach. Die Erotikbranche war davon jedoch keineswegs angetan, denn der Trennungsstrich zwischen Prostitution und Porno drohte zu verwässern. Zudem eröffnete sie nur wenige Meter von der Moonlite Bunny Rach entfernt ein eigenes Bordell. Ihrer Karriere in der Erwachsenenunterhaltung schadete dies aber nicht und so kann die „Princess of Porn“ heute auf zahlreiche Erfolge, Auszeichnungen und Filme zurück blicken. Anfang 2005 gab sie bekannt, sich von der Prostitution zurück zu ziehen – nicht ohne vorher noch Striplokale in Nevada und Arizona zu eröffnen – um sich privaten Dingen zu widmen. Ein Jahr später folgte eine eigene Show bei KSEX Radio namens „Sunset After Sunset“. Das Interesse daran, dass sie Pornofilme dreht, als Prostituierte arbeitete aber zugleich auch Mutter ist, brachte sie immer wieder auf den TV-Bildschirm, so auch 2007 in der Montel Williams Show und 2009 in der Tyra Banks Show, in der sie ihren Abschied vom Adult Business bekannt gab. „Zack ist 17. Er weiss, was ich mache. Er versteht, dass ich einem Job nach gehe, Steuern bezahle und all die anderen Dinge mache, die andere Mütter auch machen. Er geht damit sehr locker um und manchmal habe ich das Gefühl, dass er glaubt, ich sei eine Berühmtheit“, erläutert sie den Umgang ihrer Familie mit ihrem Job. „Was den Kleinen angeht, so weiss er nur, dass Mummy im Showgeschäft arbeitet. Ich zeige ihm meine Engagements in den Massenmedien. Wenn er mich eines Tages genau fragt, was ich mache, dann setzen Kent und ich mit ihm hin und werden es ihm geradeaus erklären. Kent sagt immer, dass Wissen Macht ist. Ich bin so nicht erzogen worden, aber genauso erziehe ich nun meine Kinder.“
Kurz vor ihrem Ausscheiden unterschrieb sie aber noch einen Vertrag mit Vavoom Media, in dessen Folge es eine TV-Reality Show und eine Radio-Show geben soll. Vavoom produzierte auch ihren letzten Film, der den Titel „Into the Sunset“ trägt und über Hustler vertrieben wird. Das Besondere in diesem Film ist, dass im Rahmen eines Castings ein Fan ausgewählt wurde, mit dem sie ihre letzten Szenen vor der Kamera gedreht hat. „Ich wollte für mein großes Finale etwas anderes machen, daher dachte ich, ich bin des Volkes Pornostar und wollte meinen Fans etwas wiedergeben. Daher haben wir hier in Vegas dieses große Casting gehabt, bei dem viele Kerle vorbei kamen. Und ich wählte Chris aus. Der Grund dafür war recht einfach, denn er ist süß und lieb. Zudem mag ich Glatzköpfe. Das hatte auch nichts mit der Schwanzgröße oder so zu tun. Ich suchte nach jemandem, mit dem ich mich verbinden konnte, der mich anmacht – ich habe nach der richtigen Chemie gesucht und sie mit Chris gefunden.“
Dieses Jahr möchte sie zudem ein Buch herausbringen, dass den Titel „Anatomy of an Adult Film“ tragen wird. Wenn sie zurück guckt, so sagt sie, gäbe es nichts, was es zu bereuen gibt. „Vielleicht hätte ich einigen bestimmten Leuten weniger Vertrauen schenken dürfen, als ich es getan habe. Aber ich beschwere mich nicht!“ Eine der wenigen amerikanischen Pornodarstellerinnen, die mich seit meiner Volljährigkeit begleiten ist zweifelsohne Sunset Thomas. Angesichts der demnächst in Europa anstehenden Veröffentlichung ihres letzten Films „Into the Sunset“ (Hustler) erscheint es daher dringend an der Zeit zu sein, sich nochmals ihrer Geschichte und Karriere zu widmen und entsprechend zu würdigen.

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